Angst macht krank

Angst ist ein gutes und wichtiges Gefühl – solange sie der Situation angemessen ist. Es ist neben Liebe, Freude, Trauer und Wut eines der Grundgefühle, das unser Leben begleitet und uns vor Gefahren schützt.

Angst ist wichtig! Hätten unsere Vorfahren keine Angst vor dem Säbelzahntiger gehabt, hätte ich diese Zeilen vermutlich nicht geschrieben und Sie würden nicht vor dem PC sitzen und sie lesen.
Die heutigen Säbelzahntiger heißen zum Beispiel Auto. Ein Spaziergang auf der Autobahn wäre genau sowenig zu empfehlen wie der Flirt mit dem Säbelzahntiger. Dabei, oder bei anderen  ganz spezifischen Situationen des Alltags ist es geboten, vorsichtig zu sein.
Wenn die Angst oder Phobie jedoch irrational, übermächtig und schlimmstenfalls lebensbestimmend wird, beeinträchtigt sie die Lebensqualität unter Umständen bis zur völligen Isolation und Handlungsunfähigkeit. Sie ist auf jeden Fall schädlich und macht je nach Ausprägung irgendwann richtig krank.

Nehmen wir die als Beispiel oft heran gezogene Spinne:
Sitzt eine Spinne an der Wand, kommt es bei Spinnenphobikern zu Herzrasen, Schweißausbruch, Zittern, Panikgefühlen, Flucht bis hin zur Schockstarre.
Diese Angst ist irrational, denn die Spinne kann einen weder fressen noch sonst irgendein ein Leid zufügen. Das ist auch jedem Phobiker vom „Kopf her“ klar und doch kommt es zu den geschilderten Symptomen. Ein stell dich nicht so an oder andere logische Argumente helfen dem Betroffenen gar nicht. Der Betroffene ist nicht verrückt oder „überkandidelt“, sondern im Gehirn ist irgendwann eine (Fehl)Schaltung entstanden die sagt: Spinne = Gefahr.
Das gleiche Schema gilt im Wesentlichen für alle Ängste.

Beispiele für typische Ängste

  • Flugangst
  • Prüfungsangst
  • Höhenangst (Akrophobie)
  • Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie)
  • Angst vor großen Flächen (Agoraphobie)
  • Angst vor Spinnen, Schlangen, Mäusen oder sonstigem Getier
  • generalisierte Ängste

und viele weitere spezifische Ängste, die ungeheuer vielfältig sein können.
Erschwerend kommt dann meist noch die Angst vor der Angst und der Panik hinzu.
Sie alle lassen sich mit Psychotherapie und Hypnosetherapie gut behandeln. Die Schaltung wird einfach korrigiert.
Gleiches gilt für die verwandten Zwangsstörungen, wobei man noch zwischen den Zwangsgedanken, den Zwangsimpulsen und den tatsächliches Zwangshandlungen unterscheidet.
Auch falsche oder überzogene Erwartungen an uns selbst (z.B. ich darf keine Fehler machen) oder an andere (er/sie muss doch wissen dass …), verursachen Stress und Ängste.

 

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